IT-Sicherheit im Homeoffice
Homeoffice-Sicherheit für kleine Betriebe: welche Regeln, Geräte und Zugänge nötig sind und wie Sie Daten außerhalb des Büros wirksam schützen.
Bei der Homeoffice-Sicherheit geht es darum, dass Daten und Zugänge zu Hause genauso geschützt sind wie im Büro. Das klappt nur mit klaren Regeln, Geräten, die der Betrieb verwaltet, und einem gesicherten Zugang zu den Firmensystemen.
Was zu Hause anders ist
Im Büro kümmert sich jemand um Netz, Drucker und Zutritt. Zu Hause teilt sich der Dienstlaptop das WLAN mit Spielkonsole und Smart-TV, Familienmitglieder sind im Raum, und Unterlagen landen im Hausmüll. Dazu kommt, dass Angreifer gezielt Fernzugänge ins Firmennetz angreifen.
Was das BSI empfiehlt
Das BSI nennt für Unternehmen fünf einfache Maßnahmen: einen VPN-Zugang einrichten, eine Mehr-Faktor-Anmeldung nutzen, mobile Geräte zentral verwalten, regelmäßig Updates einspielen und qualifizierte Dienstleister einbinden. Außerdem rät es zu klaren, schriftlichen Regeln für alle Beteiligten.
Was in Ihre Regeln gehört
- Gearbeitet wird mit Firmengeräten, private Geräte nur nach ausdrücklicher Freigabe.
- Zugang zu Firmensystemen nur über den vorgesehenen gesicherten Weg und mit zweitem Faktor.
- Bildschirm sperren, wenn Sie den Platz verlassen, auch zu Hause.
- Vertrauliche Unterlagen verschlossen aufbewahren und nicht im Hausmüll entsorgen.
- Verlust oder Verdacht sofort melden.
Der nächste Schritt
Schreiben Sie die Regeln auf eine Seite, lassen Sie sie von allen bestätigen, die zu Hause arbeiten, und prüfen Sie mit Ihrer IT, ob alle Fernzugänge einen zweiten Faktor verlangen.
Grundlagen im IT-Grundschutz
Im IT-Grundschutz-Kompendium sind für das Arbeiten außerhalb des Büros vor allem diese Bausteine einschlägig:
- OPS.1.2.4 «Telearbeit»: organisatorische Regeln für regelmäßiges Arbeiten von zu Hause.
- INF.8 «Häuslicher Arbeitsplatz»: Anforderungen an den Raum zu Hause.
- INF.9 «Mobiler Arbeitsplatz»: Arbeiten unterwegs, etwa im Zug oder beim Kunden.
- NET.3.3 «VPN» für den Zugang ins Firmennetz.
- SYS.3.1 «Laptops» und SYS.3.2.2 «Mobile Device Management (MDM)».
In den WiBA-Checklisten ist das Thema unter «Arbeit außerhalb der Institution» zusammengefasst.
Homeoffice-Sicherheit organisatorisch regeln
Schriftliche Vereinbarung
Das BSI empfiehlt deutliche, unmissverständliche und verbindliche Regelungen zur IT-Sicherheit und zur Sicherheit von Daten in Papierform, die schriftlich an alle Beteiligten kommuniziert werden. Eine Homeoffice-Regel sollte mindestens enthalten:
- welche Geräte genutzt werden dürfen,
- welche Daten zu Hause verarbeitet werden dürfen und welche nicht,
- wie der Zugang zu Firmensystemen erfolgt,
- wie Papierunterlagen aufbewahrt und entsorgt werden,
- wie Verlust, Diebstahl oder ein Verdacht gemeldet werden,
- wer bei technischen Problemen ansprechbar ist.
Ansprechpartner
Mitarbeitende im Homeoffice brauchen eine feste Anlaufstelle für Fragen zu Hard- und Software. Fehlt sie, entstehen Notlösungen wie das Weiterleiten von Firmenmails an private Postfächer.
Datenschutz
Werden zu Hause personenbezogene Daten verarbeitet, gelten dieselben Pflichten wie im Büro. Die Regeln zum Homeoffice sollten mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Datenschutzrecht abgestimmt sein.
Geräte
Firmengeräte
Der sicherste Weg sind vom Betrieb bereitgestellte und verwaltete Geräte. Sie werden nach der Standardkonfiguration eingerichtet, sind verschlüsselt, erhalten Updates zentral und haben einen aktiven Schutz gegen Schadsoftware. Das BSI nennt den Einsatz eines Mobile Device Managements ausdrücklich als gute Möglichkeit zur Absicherung.
Private Geräte
Private Geräte sind schwer zu kontrollieren. Wenn sie zugelassen werden, dann nur mit klaren Mindestanforderungen und bevorzugt über Zugänge, die keine Firmendaten dauerhaft auf dem Gerät speichern, etwa eine browserbasierte Anwendung oder einen Remote-Desktop. Für Smartphones lassen sich dienstliche und private Daten über eine getrennte Arbeitsumgebung voneinander abgrenzen.
Drucken zu Hause
Private Drucker speichern Druckaufträge teils intern und sind oft schlecht gepflegt. Wenn zu Hause gedruckt werden muss, sollte geregelt sein, wie Ausdrucke aufbewahrt und vernichtet werden.
Zugang zu Firmensystemen
VPN oder Cloud-Zugang
Der Zugriff auf das Firmennetz erfolgt über ein VPN oder über Cloud-Dienste mit gesicherter Anmeldung. Direkt aus dem Internet erreichbare Remote-Desktop-Dienste ohne zusätzliche Absicherung sind ein bekanntes Einfallstor und sollten nicht genutzt werden.
Zweiter Faktor
Fernzugänge sind nur mit Zwei-Faktor-Authentifizierung zulässig. Das BSI nennt das in seinen Top-10-Maßnahmen gegen Ransomware ausdrücklich, weil Angreifer häufig kompromittierte Fernzugänge nutzen.
Updates des Zugangs
VPN-Gateways und Fernzugriffslösungen sind exponiert und müssen besonders schnell aktualisiert werden. Ein ungepatchter Fernzugang gefährdet alle, die ihn nutzen, und das ganze Netz dahinter.
Das Heimnetz
Auf das private Heimnetz hat der Betrieb keinen Einfluss. Einige Empfehlungen sind trotzdem sinnvoll: aktuelle Firmware des Routers, ein starkes WLAN-Passwort, eine geänderte Zugangskennung für die Routeroberfläche und, wo möglich, ein separates Netz für Geräte wie Smart-TV oder Spielkonsolen. Unabhängig davon sollte der Firmenzugang so gebaut sein, dass er auch in einem unsicheren Netz geschützt bleibt.
Der Raum zu Hause
Das BSI empfiehlt Maßnahmen, mit denen sich am Heimarbeitsplatz ein Sicherheitsniveau erreichen lässt, das mit einem Büroraum vergleichbar ist. Praktisch heißt das: Bildschirm so aufstellen, dass Mitbewohner oder Besucher nicht mitlesen, Unterlagen verschlossen aufbewahren, Gerät beim Verlassen sperren, bei Telefonaten und Videokonferenzen auf Mithörer achten.
Videokonferenzen und Zusammenarbeit
Im Homeoffice laufen Besprechungen, Dateiaustausch und Chat über Kollaborationsdienste. Der Betrieb sollte festlegen, welche Dienste genutzt werden, und private Alternativen ausschließen, damit Firmendaten nicht in unbekannten Konten landen. Besprechungen mit vertraulichen Inhalten brauchen einen Zugangsschutz, etwa Warteraum oder Kennwort. Geteilte Bildschirme zeigen schnell mehr als beabsichtigt; vor dem Teilen sollten nicht benötigte Fenster und Benachrichtigungen geschlossen werden.
Regelmäßige Überprüfung
Homeoffice-Regeln veralten, wenn sich Werkzeuge und Arbeitsweisen ändern. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob die Regeln noch passen, ob alle Fernzugänge einen zweiten Faktor verlangen und ob die Geräte im Homeoffice tatsächlich Updates erhalten. Kurze Rückfragen bei den Mitarbeitenden zeigen, wo Regeln im Alltag nicht funktionieren und Notlösungen entstanden sind.
Verlust und Vorfälle
Verlorene oder gestohlene Geräte müssen sofort gemeldet werden, damit Passwörter geändert und Zugänge gesperrt werden können. Mit einem Mobile Device Management lassen sich Geräte aus der Ferne sperren oder löschen. Auch Verdachtsfälle, etwa eine merkwürdige Mail oder ein ungewöhnliches Verhalten des Laptops, sollten aus dem Homeoffice genauso schnell gemeldet werden wie aus dem Büro.
Häufige Fragen
Dürfen Mitarbeitende im Homeoffice private Rechner nutzen?
Das sollte die Ausnahme sein und klar geregelt werden. Sicherer sind verwaltete Firmengeräte. Wenn private Geräte zugelassen werden, dann mit Mindestanforderungen und bevorzugt über Zugänge, die keine Firmendaten dauerhaft lokal speichern.
Braucht man im Homeoffice ein VPN?
Für den Zugriff auf Systeme im Firmennetz ja, oder einen vergleichbar gesicherten Zugang. Werden nur Cloud-Dienste genutzt, ist deren gesicherte Anmeldung mit zweitem Faktor entscheidend.
Was gehört in eine Homeoffice-Richtlinie?
Zugelassene Geräte, erlaubte Daten, Zugangswege, Umgang mit Papier, Meldepflichten bei Verlust oder Verdacht und eine feste Anlaufstelle für Fragen.